Im Freien erreichen Cannabispflanzen schnell eine Höhe von zwei Metern und mehr. Sie tragen schwere Spitzen an jedem Zweig – was für ein schöner Anblick.

Hohe Pflanzen sind jedoch starkem Wind ausgesetzt, vor allem im Spätsommer, wenn der Herbst die ersten Stürme schickt.

Daher ist es sinnvoll, sich entsprechend vorzubereiten und zu lernen, wie man Cannabispflanzen nach dem Einpflanzen der Samen im Garten richtig stützt.

Die richtige Unterstützung deiner Cannabispflanze kommt einer guten Versicherung gleich. Man weiß nie, wann sie sich als nützlich erweist, aber wenn sich die Dinge zum Schlechten wenden, ist man froh, sie zu haben.

Die professionelle Cannabisindustrie in den USA ist ein gutes Beispiel. Dort ist die Unterstützung schwerer Knospen an den meterhohen Cannabispflanzen eine ernsthafte Wissenschaft, bei der jeder Bio-Anbauer seine eigenen Methoden anwendet. Diese reichen von riesigen selbstgebauten Käfigen über Netze bis hin zu speziellen Wänden.

Außerdem lässt sich das vegetative Stadium im Außenbereich nicht so gut kontrollieren wie in Innenräumen. Das liegt daran, dass man drinnen den Lichtzyklus anpassen kann, um die Blütephase einzuleiten. Im Außenbereich kann deine Cannabispflanze dagegen immer weiter wachsen. Hohe Äste brechen schneller, gerade ohne angemessene Unterstützung.

Wäre es nicht schade, auch nur einen einzigen Ast zu verlieren? Schließlich steht jeder Ast für eine ganze Reihe großer Knospen, die nicht mehr genutzt werden können. Das wäre doch eine echte Verschwendung, oder?

Cannabispflanzen stützen, statt sie fest anzubinden

Wichtig: Stützen meint etwas anderes als festbinden. Die Cannabispflanzen sollten immer noch Platz haben. Die Zweige sollte sich bewegen können, um den Hauptstamm zu stärken.

Denn: Ein verdickter Stamm bedeutet mehr Wassertransport, der für den Transport von Nährstoffen zu den großen Blüten unerlässlich ist.

Du solltest den Zweigen deiner Pflanzen strukturelle Unterstützung bieten, sodass sie bei einem Sturm nicht abbrechen können. Gleichzeitig sollten sie während des gesamten Wachstumszyklus genug Bewegungsfreiheit haben, um stärker zu werden.

Drei Techniken zur Stützung schwerer Knospen (im Freien)

Es gibt drei grundlegende Methoden zur Stützung von Cannabispflanzen. Wähle die Methode aus, die dir am besten liegt, und sieh sie als Risikominimierung. Schließlich weiß man nie, was alles passieren kann. Neben den hier genannten gibt es natürlich noch weitere Möglichkeiten, deine Pflanzen zu stützen. Unsere Empfehlung: Werde kreativ!

1. Verwende Bambusstäbe

Bambusstäbe sind eine der ältesten und einfachsten Methoden, um Cannabispflanzen zu stützen. Selbst, wenn sie aus einem Autoflower-Samen gezogen wurden. Dafür steckst du ein paar große Bambusstäbe in den Topf oder die Erde.

Vorzugsweise sollten sich auf jeder Seite mindestens vier Stäbe befinden und ein Stab für den Hauptstamm vorhanden sein. Dann befestigst du die Zweige der Pflanze mit Gartenschnur oder Pflanzklammern an den Stäben.

Der Vorteil solcher Stäbe ist, dass sie schnell und bequem angebracht sind. Es muss also nicht unbedingt kompliziert sein. Der Nachteil ist, dass die Bambuspfähle das Wurzelsystem der Pflanze beschädigen können, wenn sie erst nach einigen Monaten in den Topf gesteckt werden.

Außerdem ist es manchmal schwierig, die Stangen genau in die richtige Position zu bringen, damit jeder Zweig optimal gestützt wird. Probiere also ruhig ein bisschen herum. 

Ein weiterer Nachteil dieser Methode ist, dass Bambusstäbe zwar gut für kleinere Autoflowers geeignet sind, sich bei Pflanzen über eineinhalb Metern jedoch schwieriger handhaben lassen. Für sehr große Pflanzen brauchst du sehr lange Stäbe und musst diese sehr tief in den Boden stecken.

Tipp

Du kannst die Bambusstäbe auch an der Außenseite des Topfes befestigen. Bohre dazu ein paar kleine Löcher in den oberen Rand des Topfes und befestige die Bambusstäbe mit Kabelbindern.

Unten verwendest du einen Riemen oder ein großes Stück Klebeband, um die Stäbe an ihrem Platz zu halten.

2. Nutze ein Gitter

Die Idee des Gitters stammt aus der ScrOG-Welt, einer Indoor-Anbaumethode, bei der die Pflanze durch ein Gitter oder Spalier gewunden wird, sodass sie niedrig bleibt und nicht in die Höhe schießt.

Beim Indoor-Anbau eignet sich diese Methode nicht nur sehr gut, um größere Blüten zu stützen, sondern auch, um das Wachstum der Cannabispflanzen zu fördern und höhere Erträge zu erzielen.

Für den Outdoor-Anbau kann ein solches Gitter zusätzlich als Stütze dienen und die Pflanze niedriger und breiter halten. Diese Methode ist beispielsweise dann optimal, wenn du Cannabis in einem Hinterhof mit einem niedrigen Zaun anbauen.

Die Methode ist ebenfalls recht einfach umsetzbar, erfordert aber durchaus etwas Geschick. Du montierst ein horizontales Gitter oder Gestell in einer bestimmten Höhe, beispielsweise mit Bambusstangen oder Holzbalken.

Achte dabei darauf, dass das Gitter sicher im Topf befestigt ist, damit es nicht herunterfällt und deine Cannabispflanzen beschädigt. Idealerweise hast du die Pflanze bereits ein- oder zweimal gekappt und lässt sie dann durch das horizontale Gitter wachsen. Dies verleiht der Pflanze zusätzliche Stärke.

Wenn du die Pflanze breiter und niedriger formen willst, kannst du ihre Zweige beim Anbringen des Gitters auch weiter nach außen biegen.

Das Gitter bietet dir auch eine schöne Trennlinie, um zu Beginn der Blütephase alle blühenden Triebe unter dem Gitter zu stutzen (Lollipopping). Dies verbessert die Luftzirkulation und die Qualität des Grases, außerdem macht es das Gießen leichter.

Außerdem erhalten die Knospen mehr Licht, was der Entwicklung der Pflanzen zugutekommt und den Ertrag erhöht.

Tipps zur Verwendung von ScrOG bei deinen Cannabispflanzen

Du kannst das Gitter während der Wachstumsphase der jungen Pflanzen anbringen, aber besser ist es, dies ganz am Anfang der Blütezeit zu tun. So wird sichergestellt, dass das Gitter auch die sich streckenden Zweige stützen kann.

    • Natürlich kannst du auch zwei horizontale Gitter anbringen, eines nach dem ersten Monat des Cannabisanbaus und eines in Woche 3 der Blüte, wenn die Pflanze sich in die Höhe gestreckt hat.

    • Wenn ein Zweig abbricht, ist es empfehlenswert, Maler-Klebeband zur Hand haben. Klebe damit die beiden Teile gut zusammen, bei Bedarf mit einer Schiene. Der Vorteil von Maler-Klebeband ist, dass es reißt, wenn der Stamm dicker wird. 

    • Panzerklebeband ist viel stärker und nicht so flexibel. Du solltest es irgendwann entfernen, da der Zweig sonst gequetscht werden kann.

    • Wenn deine Pflanze im Regen steht, solltest du auf jeden Fall herkömmliches Klebeband verwenden. Maler-Krepp löst sich bei Nässe.

    • Für ScrOG kannst du auch ein Netz verwenden. Das geht mit der Outdoor-Variante in einem Topf. Bitte beachte dabei, dass Autoflowers nicht für ScrOG geeignet sind. Der Grund: Die Pflanzen haben kaum Zeit, sich von dem Durchziehen und Weben durch das Netz zu erholen.

    • Wenn du dich für ein Netz entscheidest, kannst du ein Gartengitter nutzen oder dein eigenes Netz aus dickem Draht herstellen. Maschendraht ist nicht geeignet, da er sehr dünn und in den Zweig einschneidet.

    • Gartengitter aus dem Baumarkt funktionieren im Allgemeinen gut. Sie sind stabil und bestehen aus dickem Eisendraht, einer Kunststoffbeschichtung und Maschenöffnungen.

    • Nimm einfach eine Schere und schneide das Gitter auf die richtige Größe zu. Du kannst sogar mehrere Netze übereinander legen. Die Möglichkeiten sind hier endlos!

3. Baue einen Pflanzenkäfig (aus Tomatenkäfigen)

Eine weitere tolle Methode ist die Herstellung eines Pflanzenkäfigs. Diese Methode ist ideal für Autoflowers sowie für riesige Freilandpflanzen. Für ihre Durchführung kannst du sogenannte „Tomatenkäfige“ nutzen, die du entweder fertig kaufen oder selbst herstellen kannst.

Wie funktioniert das?

Kauf eine Rolle grünes Gartengitter und forme daraus eine Säule, die dem Durchmesser des Pflanztopfes entspricht. Indem du das Gitter so spannst, dass die Pflanze es nicht durchdringen kann, baust du einen „Käfig“, in dem sie sich ausbreiten kann. Das kannst du im Topf machen, doch es ist besser, den Käfig außerhalb des Topfes zu befestigen.

Hierfür eignen sich kleine Löcher im Rand des Topfes. Alternativ kannst du das Gittergeflecht aber auch mit Schlauchklemmen, Spanngurten, Fallen oder Schrauben/Muttern befestigen. Alles ist möglich, solange es fest angebracht ist!

Du wirst sehen, dass die Zweige deiner Pflanze durch den Käfig wachsen und dadurch Halt bekommen. Als guter Kultivator führst du die Zweige so, dass sie den Käfig optimal nutzen.

Was haben wir gelernt?

Wer größere Knospen anbauen will, muss seine Cannabispflanzen richtig pflegen und sie stützen, um zu verhindern, dass die Zweige bei starkem Wind brechen.

Dafür kann man entweder Bambusstäbe, ein Screen of Green (das auch in einem Grow-Zelt funktioniert und mehr Knospenn produziert) oder einen (Tomaten-)Käfig verwenden.

Egal, für welche dieser Möglichkeiten du dich entscheidest – denk immer daran, dass du das richtige Gleichgewicht zwischen struktureller Unterstützung und Freiraum finden musst. Nur so kann die Pflanze von selbst genügend Kraft aufbauen.

Nun weißt du, was zu tun ist, um schwere Knospen im Freien zu stützen. Wirf gerne einen Blick in unseren Dense Nugs Guide, um Tipps zu bekommen, wie du diese schweren, dichten Knospen produzieren kannst.